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Traunsteiner Tagblatt, 15.05.2007
Mit Urkunde, Währung, Papst-Briefmarke und Traunsteiner Tagblatt:
»Die Güterhallenstraße macht sich«
Grundstein für das neue 15,7 Millionen Euro teure Annette-Kolb-Gymnasium gelegt
Die Güterhallenstraße macht sich«, sagte Oberbürgermeister Fritz Stahl bei der gestrigen Grundsteinlegung für den Neubau des Annette-Kolb-Gymnasiums. »Neue Ärztezentren, das Wirtshaus 'Güterhalle' wird renoviert, das neue AKG entsteht und es kommt hoffentlich demnächst auch die Überplanung des Güterbahnhofes.« Stahl erinnerte an die für das Grundstück bedeutsamen Jahreszahlen 1860, 1945 und 2007. 1860 sei die Maximiliansbahn bis Salzburg verlängert worden. Das habe Aufschwung und Modernität in die Stadt gebracht. 1945 sei die Stadt bei Bombenangriffen in Schutt und Asche gelegt worden. Rund 200 Tote habe man etwa zu beklagen gehabt. Und 2007 werde das Grundstück, das ganze Viertel, ja die Stadt Traunstein durch den Neubau des AKG aufgewertet.
Sie legten gemeinsam den Grundstein für den Neubau des Annette-Kolb-Gymnasiums (von links): Oberbürgermeister Fritz Stahl, Schulleiterin Maria Scharbert, Landrat Hermann Steinmaßl, Architekt Hans Romstätter, Planer Martin Strasser und Kreis-Geschäftsführer Konrad Schupfner.
Aber nicht nur die Stadt, auch die Schule selbst habe eine wechselhafte Geschichte. Aus der Städtischen Oberschule für Mädchen, gegründet 1946, wurde 1951 die Städtische Oberrealschule für Mädchen und 1953 sei der gesamte Schulbetrieb in das ehemalige Pensionatsgebäude verlegt worden.Die Anstrengungen der Stadt und der Eltern führe der Landkreis seit 1975 fort. Er sei dankbar, dass »Landrat Strobl, Landrat Steinmaßl und ich manche Kritik ausgehalten haben, wann denn da endlich was gscheits neues gebaut wird. Ich hoffe nun, dass die Schüler in dem neuen Gebäude ein wunderbares Zuhause finden werden.« Und auch bei der Überplanung des Güterbahnhofs habe sich seit der Bahnkonferenz einiges getan.
»Symbolträchtiger Tag für den Landkreis«
Als symbolträchtigen Tag für den ganzen Landkreis bezeichnete Landrat Hermann Steinmaßl den Tag der Grundsteinlegung. Das zeige, dass der Landkreis alle nur möglichen Anstrengungen unternehme, um seinen Schülern beste Bedingungen zu bieten. Es sei aber auch ein Symbol für die Zukunft des Standorts Traunstein, des Schulstandorts Stadt Traunstein mit ihren weiterführenden Schulen und nicht zuletzt auch für Schüler und Lehrer des Annette-Kolb-Gymnasiums. Bildung sei ein wichtiger Standortfaktor, betonte Steinmaßl. »Die Produkte unserer Firmen stehen in der ersten Reihe«, so Steinmaßl. Das sei nur möglich mit hochqualifizierten Mitarbeitern, die aber vor allem auch hohe soziale Kompetenzen bräuchten, wie sie das AKG lehre. Dass der Landkreis alles tue, um seinen Schülern beste Voraussetzungen zu bieten, zeige allein der Rekordhaushalt 2007 mit rund elf Millionen Euro Investitionen in die Schulen »natürlich nicht nur das AKG«.
Der Neubau sei dringend notwendig, denn zur Jahrtausendwende habe die Schule gerade mal über 400 Schüler gehabt, »heute sind es bereits mehr als 700«. Doch geht diese Entwicklung nicht etwa zu Lasten des Chiemgau-Gymnasiums. Auch dort sei eine ähnlich starke Entwicklung zu verzeichnen. Ohne die Übergangsklassenräume wäre das Problem am AKG derzeit überhaupt nicht mehr zu bewältigen. »Mit der heutigen Grundsteinlegung feiern wir, dass das, was in den Köpfen der Verantwortlichen, in vielen Sitzungen der zuständigen Gremien und in den Plänen des Architekten bereits Gestalt angenommen hat, jetzt in die Praxis umgesetzt wird.
»Heute beginnt neue Zeitrechnung«
»Für mich als Direktorin beginnt heute eine neue Zeitrechnung«, sagte dann Schulleiterin Maria Scharbert. »Wir können jetzt endlich abschätzen, wann wir etwa umziehen können.« Auch sie sprach von einer enormen Zunahme der Schülerzahlen in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen des Interesses an dem wirtschaftswissenschaftlichen Zweig. »Im nächsten Jahr werden es gut über 800 Schüler sein«. Es sei den Verantwortlichen ein Anliegen, »alles zu tun für unsere Schüler. Wir setzen dabei vor allem auf eine gute Schulatmosphäre, die ihnen das Lernen erleichtert.« Nicht zuletzt deshalb erfreue man sich einer extrem niedrigen Durchfallquote. Besonders dankte Scharbert Landrat Steinmaßl und dem Kreistag für die mutige Entscheidung zu dem Neubau. »Der Altbau hätte komplett entkernt werden müssen.« Bereits jetzt seien drei Klassen ausgelagert. »Im nächsten Jahr wird's sicher noch enger werden.«
Geothermie (unser Bild zeigt die Leitungen) und Solarkollektoren sollen für die Energieversorgung des neuen AKG sorgen.
Er sei froh, dass nach der spannenden Grundstücksvorbereitung nun der Grundstein gelegt werde, sagte Architekt Hans Romstätter. »Mit spannend meine ich, dass wir alle hofften, nicht wegen eines Blindgängers in die Luft zu gehen, aber das ist uns Gott sei Dank erspart geblieben«.Der Grundstein sei die Basis für ein solides Gebäude. Aufgrund der Lage und der Anforderungen habe man sich für einen harfenartigen Bau mit einem Bogen entschieden. Der Bogen diene dabei gleichzeitig als Schallschutz und als Abschluss des Innenhofs. Nach dem schneereichen Winter 2005/2006 baue man nun so, »wie hier in der Region seit Jahrhunderten gebaut wird.« Die Schule erhalte ein Satteldach mit Ziegeleindeckung. Besonderer Wert sei bei der Gestaltung auch auf die Ganztagsschule gelegt worden, so Romstätter. »Das soll eine Schule werden, in der sich ein Schüler den ganzen Tag aufhalten kann.«
»Hoffentlich die letzte Bombe«
Auf drei Stockwerken werden 22 Klassenzimmer, Räume für die Kollegstufe und Fachräume für Chemie, Physik und Informatik entstehen. Dazu kommen für den Sportunterricht ein Allwetterplatz und eine 100-Meter-Laufbahn und im zweiten Bauabschnitt eine Turnhalle. Sollte der Neubau zunächst rund 13 Millionen Euro kosten, werden derzeit 15,7 Millionen Euro veranschlagt. Ob die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes zum Schuljahr 2008/2009 gelingt, hängt nicht zuletzt vom kommenden Winter und den Bauarbeitern selbst ab »und das wird allen Beteiligten sicher noch manche schlaflose Nacht bescheren«, kündigte Romstätter ab, ehe Landrat Hermann Steinmaßl eine Urkunde, ein aktuelles Traunsteiner Tagblatt, als Nachweis für die Währung Cent- und Euromünzen sowie einen 5-Euro-Schein und eine Briefmarke mit Papst Benedikt XVI. darauf in ein Metallrohr steckte, das schließlich einbetoniert werden wird »die hoffentlich letzte Bombe auf diesem Grundstück, aber diesmal zu einem friedlichen Zweck«, so Steinmaßl.
Herzlichen Dank an Frau Conny Hohler vom Traunsteiner Tagblatt für den interessanten Bericht.