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Allgemeine Informationen
Nach Art. 50 BayEUG Abs. 3 und 4 und § 62 Abs. 2 der GSO wird in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums ein drei- bis vierwöchiges Sozialpraktikum gefordert. Aufgabe des Praktikums ist es, den Schülern eine vertiefte Begegnung mit der sozialen Wirklichkeit zu vermitteln und ihnen Formen sozialer Tätigkeit sowie die Notwendigkeit sozialen Engagements näher zu bringen.
Praktikumseindrücke
Soziales Praktikum im Kindergarten Haslach
Die Laternen waren schon fast fertig zum Martinszug am 11.11. Jedes Kind kleisterte liebevoll die bunten Papierschnipsel auf den Karton, aus dem später die Laterne geformt wurde. Nur die Stäbe für die Laternen konnten noch nicht befestigt werden, weil sie noch beim Schreiner lagen. Der ganze Kindergarten machte sich auf den Weg zur 500m entfernten Schreinerei, um die Stiele abzuholen. Gegen ein zaghaftes „Danke“ der Kinder tauschte der Schreiner die Halterungen für die Laternen aus.
Auf dem Weg zurück zum Kindergarten kamen einige der Stäbe nur an, weil sie die Erzieherinnen am Ende des Zuges aufsammelten. Für den großen Tag war nun alles vorbereitet.
Und am 11.11., als es endlich so weit war, dass die Kinder mit den brennenden Laternen in die Kirche ziehen sollten, regnete es…
Soziales Praktikum im Kindergarten Neukirchen
Wir haben uns in die Höhle des Löwen vorgewagt und unser dreiwöchiges Praktikum im Kindergarten absolviert. Erlebt haben wir viel – tagelanges Basteln, denkwürdige Spaziergänge, ansteckende Krankheiten und vieles mehr. Außerdem wurden wir oft mit Fragen und Aussagen der 3-6-Jährigen konfrontiert, die uns rätseln ließen. Hier ein kleiner Auszug:
- Schlüpfen Meerschweinchen auch aus Eiern?
- Bist du eine Mama, weil du ein Handy hast?
- (Kind sitzt vor einem weißen Blatt) Verena: Such dir doch mal eine Farbe zum malen aus!
Kind: Weiß! - Kommentar zur Ostergeschichte "Hobs und der Osterhase": "De Mama und i hobn letzts Moi a dafahrns Oachkatzl g'seng."
Man sieht, im Praktikum hat man es nicht leicht, aber es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir haben sicherlich das eine oder andere fürs Leben mitgenommen.
Soziales Praktikum im Krankenhaus Traunstein
Als ich eines Tages müde aber pünktlich um 8 Uhr meinen Dienst antrat, bekam ich die Aufgabe Frau S. das Frühstück zu bringen. Ich führte diese natürlich sofort ordnungsgemäß aus. Nachdem ich von mehreren Pflegern bereits gehört hatte, dass Frau S. schwerhörig und auch geistig eingeschränkt sei, erhöhte ich die Lautstärke meiner Stimme, als ich sie höflich fragte: "Meng's no wos?" Als Antwort erhielt ich eine Mischung unverständlicher Laute. Ich ging davon aus, dass sie satt sei. Als die Zeit des Mittagessens näher rückte, bereitete ich Frau S. auf ihre Krankenhauskost vor. Hierbei fiel mir ihr Namensschild auf, auf welchem ein auf keinen Fall bayerischer Name stand. In einem geistigen Höhenflug viel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich fragte sie: "Möchten Sie noch etwas essen?" Begeistert antwortete sie: "Ja, gerne!" Der Bann war gebrochen.
Soziales Praktikum beim Jugendamt Traunstein
Wenn man vom Jugendamt hört, denkt man schnell an dramatische Berichte, die davon handeln, dass den Eltern die Kinder weggenommen werden. Der Ruf des Jugendamtes ist wirklich nicht sonderlich gut, und ich ging deshalb mit gewissen Vorurteilen zu meinem ersten Praktikumstag. Doch ich konnte bald feststellen, dass sich diese nicht bestätigten.
Für das Jugendamt stehen das Wohl der Kinder und die Hilfe für die ganze Familie an oberster Stelle. Ich muss jedoch sagen, dass es mir anfangs sehr schwer fiel, mich damit auseinander zu setzen, was in einigen Familien vor sich geht. Ich machte mir viele Gedanken darüber und ein "Abschalten" war schwer. Es war sehr interessant und informativ einen Einblick in den Beruf eines Sozialpädagogen beim Jugendamt zu erhalten.
Praktikum bei der Caritas Traunstein
Unser Praktikum haben wir beim sozial-psychiatrischen Dienst der Caritas in Traunstein absolviert. Anfangs hatten wir schon unsere Bedenken, wie man mit den Patienten umgehen soll. Doch schon bald haben wir gemerkt, dass unsere Zweifel unbegründet waren. Das stellten wir vor allem bei einem Kegelausflug fest. Die beiden Teams kämpften hart um den Sieg und am Ende war es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.
Abschließend können wir sagen, dass sich all die Vorurteile, die man psychisch beeinträchtigten Menschen gegenüber hat, keineswegs bestätigt haben, und wir sind froh eine so lehrreiche Erfahrung gemacht zu haben.
Soziales Praktikum im Altenheim Siegsdorf
Besuchshund Chrissy erfreute die Senioren des Alten- und Pflegeheims Siegsdorf. Das 15 Monate junge Australian-Shepherd-Weibchen begeisterte mit ihrer Freundlichkeit die alten Menschen, die sich lebendig an eigene Erlebnisse mit Hunden, Katzen und sonstigen Tieren erinnerten. Durch das Auslösen derartiger Erinnerungen wird das Langzeitgedächtnis aktiviert und viele, oft positive Emotionen werden wachgerufen – ein wichtiger Bestandteil der Therapie von Demenzerkrankten. Die Leitung des Seniorenheims sieht die Chance, durch Besuche von Tieren wie Chrissy das Selbstwertgefühl der Bewohner zu steigern und durch das Steicheln oder Verfüttern von Leckerlis ihre feinmotorischen Fähigkeiten zu fördern. Auch Chrissy, die momentan zur Rettungshündin ausgebildet wird, helfen Besuche dieser Art, ihre Fähigkeit, jeden Menschen anzunehmen, zu trainieren. Darum kommt sie künftig einmal pro Woche ins Siegsdorfer Altenheim.