Aktivitäten » Waldtag

Das Waldprojekt der 8. Klassen des AKG
in Zusammenarbeit mit dem Bergwalderlebniszentrum Ruhpolding

2011/12: Herbst

Pilze

Eine Lebensgemeinschaft: Die Pilze profitieren von den im Baum eingelagerten Stoffen

Der Hinweg zum Traunsteiner Bürgerwald, wo das Wald-Projekt stattfinden sollte, war eine Herausforderung, da die Brücke über die Traun wackelte. Als wir dann endlich den Wald erreichten, schlossen wir uns der "Kunstgruppe" an und erklommen die anstrengende Treppe des Trimm-dich-Pfads. Das fing ja schon gut an mit diesem Frühsport!

Oben angekommen, erklärten die Leiter dieses Teams, Herr Mellauner und Frau Goldmann, was genau sie nun vorhatten: "Landart", eine Kunstform nach dem englischen Künstler Andy Goldsworthy, bei der ausschließlich Materialien aus der Natur verwendet werden, dient als Vorbild für die künstlerische Installation dieser Gruppe. Verschiedenfarbige Blätter sollten zu einem Kunstwerk zusammengestellt werden.

Danach haben wir Reporter uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Nachdem wir wieder ein gutes Stück bergauf gegangen waren, landeten wir beim Religionslehrer Herrn Wenzel, der gerade mit seiner Gruppe eine Sonnenmeditation durchführte. Hier war das Thema der "Energiehaushalt der Natur". Man untersuchte die Lebensräume unterschiedlicher Tiere und Pflanzen und als Herr Wenzel dann mit der Gruppe die Photosynthese besprach, stellten wir fest, dass er das falsche Fach unterrichtete.

Auf dem Weg zur nächsten Gruppe trafen wir zufällig auf den Förster Thomas Dankemayer vom Bergwalderlebniszentrum mit seinen Jungs. Er erklärte uns den Begriff "Nachhaltigkeit" und erzählte kurz von dem lehrreichen Rollenspiel, das er zu diesem Thema mit seiner Gruppe gemacht hatte.

Wir verabschiedeten uns und gingen über die wackelige Brücke zurück zur letzten Zielgruppe an der Traun. Unter der Leitung von Biologielehrer Herrn Floder untersuchten die Schüler nach viel Theorie den Sauerstoffgehalt unterschiedlich Wasserproben.

Alles in Allem war es ein sehr interessanter, wenn auch ein ziemlich kalter Waldtag, bei dem wir als Reporter wohl am sportlichsten waren.

Alexandra Jira (8a) und Johanna Sundheimer (8c)

Wasserprobe

Ein Schüler untersucht eine Wasserprobe aus der Traun auf ihren Sauerstoffgehalt (Gruppe von Herrn Floder)

Katapult

Die Gruppe von Herrn Wenzel bei der Sonnenmeditation

 

 

2010/11: "Verantwortung für unsere Welt"

Waldtag

 

Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen konnten am Beispiel des Ökosystems Wald erarbeiten, was zu einem verantwortlichen Umgang mit unserer Umwelt gehört. Dazu gab es verschiedene Teams mit unterschiedlichen Schwerpunkten (naturwissenschaftlich, künstlerisch, praxisorientiert oder mit gesellschafts-wissenschaftlichem Hintergrund).

Jeder musste sich zu Beginn für ein Team entscheiden. Jedes Team hatte einen oder mehrere Teamleiter, die die genauen Ziele formulierten und für die Gestaltung der Projekttage verantwortlich waren. Lehrkräfte und Mitarbeiter des Bergwalderlebniszentrums arbeiteten dabei zusammen. Die Teams hatten unterschiedliche Standorte, meist im Bürgerwald Traunstein. Drei Projekttage (Vormittage) standen zur Verfügung.

Die folgenden Texte und Bilder stammen von dem Dokumentationsteam und geben einen ungefähren Überblick über das Projekt.

Gruppe "Ressourcen des Waldes"

In einem Rollenspiel gab es eine Gruppe von "Händlern" und eine andere Gruppe von "Käufern": Die "Händler" (aus den Entwicklungsländern) boten Samen, um Medizin herzustellen, Moos und Blätter zum Abdichten der Häuser, Holz und Steine zum Bauen der Häuser. Dafür forderten sie Autos, Straßen, Krankenhäuser, Ärzte, Brunnen und riesige Villen. Die "Käufer" (aus den Industriestaaten) wollten zuerst nur Krankenhäuser bauen, dann einigt man sich darauf, dass die Hälfte aller Materialien gegen ein Krankenhaus, Ärzte und Brunnen getauscht wird.

Insgesamt wollte die Gruppe mit dem Rollenspiel verdeutlichen, wie die Entwicklungsländer und die Industriestaaten beide gemeinsam sorgsam mit den Ressourcen der Natur umgehen sollen.

Für den letzten Projekttag bereitete diese Gruppe eine Aktion gegen Massentierhaltung auf dem Stadtplatz in Traustein vor. Damit wollte die Gruppe auf einen verantwortungsbewussten Nahrungsmittelkonsum aufmerksam machen. Zwei Schülerinnen verkleideten sich als Hühner und setzten sich demonstrativ in eine "Legebatterie".

Gruppe "Biotope: Tier- und Pflanzengemeinschaften"

Die Schülerinnen und Schüler untersuchten hier verschiedene Biotope, wie zum Beispiel Wasser oder Hochwald.

Dabei gingen sie in kleinen Gruppen vor: Zu zweit oder zu dritt, ausgestattet mit Klemmbrettern, Becherlupen, Gummistiefeln und Gummihandschuhen, drehten sie z.B. in einem Bach im Bürgerwald jeden Stein einzeln um, um zu sehen, was sich darunter befand. Ein Bestimmungsbuch half, die Funde näher einzuordnen. Man notierte sich Name, Fundort und Gemeinsamkeiten der Tiere und Pflanzen, um die vielen Informationen nicht wieder zu vergessen.

Alle Entdeckungen wurden am Ende in einer großen Wandkarte dokumentiert und festgehalten.

Gruppe "Wasser"

Diese Gruppe untersuchte die Wasserqualität der Traun und eines Baches, der aus dem Bürgerwald in die Traun fließt. Wichtige Faktoren dabei waren der Sauerstoffgehalt und ob giftige Stoffe im Traunwasser enthalten sind. Alles wurde genau aufgezeichnet und in Listen und Tabellen festgehalten. Schließlich war das Ergebnis, dass die Traun sehr sauber ist.

Auch haben sich die Schülerinnen und Schüler gefragt, ob es Leben in einer Pfütze geben kann. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es nur begrenzte Lebensformen geben kann, da es in einer Pfütze keinen bzw. wenig Sauerstoff gibt, da hier kein Wasseraustausch stattfindet und der vorhandene Sauerstoff durch Fäulnisprozesse schnell aufgebraucht ist.

Gruppen "Kunst und Religion im Wald"

Besonders spektakulär war die Inszenierung einer Atommüllbeseitigung der beiden Gruppen  "Kunst und Religion sind im Wald entstanden" unter der Leitung von Herrn Ivan Mellauner und Frau Sylvia Goldmann.

Mit viel Liebe zum Detail wurde zuerst eine filmähnliche Kulisse geschaffen, welche nachher als Schauplatz der Inszenierung diente. Dann verkleideten sich einige Schülerinnen und Schüler mit Maleroveralls und Atemschutzmasken. Die Inszenierung begann: Eine gefährliche, strahlende Atommüllladung wurde vorsichtig zu dem "Endlager" gebracht – nichts anderes als eine Grube im Waldboden, zwischen Bäumen, mit Absperrbändern abgegrenzt.

Es war sehr eindrucksvoll, diese abstrakte Darstellung eines "sicheren" Endlagers zu betrachten. Man konnte sich vorstellen, wie schwierig es ist, den gefährlichen Müll in unserer Natur zu "entsorgen".

Kunst u. Religion
 

Von einem Mitarbeiter des Dokumentationsteams gibt es folgenden Live-Bericht:

"Was geht dahinten vor? Ich will mich mal anschleichen… Schau, da sind ja lauter Menschen in weißen Anzügen – was machen die da? Da liegt ja noch so ein Anzug rum. Ob ich mich mal unter die Leute mischen soll? Ich schlüpfe in den Anzug und ziehe mir einen Mundschutz an, wie die anderen. Jetzt kann ich unauffällig hinter die Absperrungen gelangen. Was machen die da? Die haben Bohrmaschinen und nehmen Bodenproben. Ich versuche gerade dahinterzukommen, was sie hier wollen, als plötzlich mehrere von hinten herankommen und eine anscheinend schwere Kiste tragen. Was ist das für eine Kiste? Sie ist aus Metall, mit blinkenden Anzeigen darauf. Eine Hochsicherheitstruhe? Was ist da drin? Das Zeichen habe ich doch schon mal gesehen… ich glaube, es steht für radioaktive Strahlung. Was wollen sie damit machen? Da ist ja ein Loch gegraben… Jetzt bringen die Männer die Kiste zu dem Loch und legen sie behutsam hinein. Die wollen doch nicht etwa radioaktiven Müll hier in unserem schönen Bürgerwald entsorgen? Ob das jemand weiß? Vielleicht sind das Terroristen, die eine Atombombe bauen wollen? Ich will mich mal schnell wieder in Sicherheit bringen…"

Benedikt Bär und Jonas Köppl, Klasse 8a

An einem anderen Projekttag sollte sich diese Gruppe mit der Vielfalt der Farben im Wald befassen. Dazu bekam man z.B. den Auftrag, eine Hand mit künstlichen Farben so zu bemalen, dass sie auf einer Baumrinde oder vor einem Gestrüpp nicht mehr zu erkennen ist.

Kunst u. Religion: Farben

Gruppen "Arbeiten im Forst"

Diese Arbeitsgruppen sollte die alltägliche Arbeit im Forst kennen lernen und dabei tatkräftig den Forstleuten unter die Arme greifen. Unter anderem wurde ein Steg im Bürgerwald erneuert und ein Hochstand errichtet. Den Schülerinnen und Schülern wurde klar, wie aufwändig die Arbeiten im Wald sind.

 

Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit dem Licht- und Energiehaushalt des Waldes, eine andere erlebte den Wald als Raum für Natur- und Selbsterfahrungen.